Mittwoch, 3. März 2021

Ausbildung zum ASP Suchhund

 Auf zu neuen Wegen...


ging es für Cwen, Fia und mich im Dezember 20!
Wir wurden gefragt, ob wir uns der Ausbildung zum Kadaversuchhund stellen würden. Die ASP (Afrikanische Schweinepest) ist leider auf dem Vormarsch und Hunde sollen ausgebildet werden, um verendete Wildschweine zu finden, um die Ausbreitung der Seuche einzudämmen. Hierbei werden Hunde, in deckungsreichen Gebieten, geschickt, um Kadaver aufzufinden und den Hundeführer dann dort hin zu führen.
Dabei bedient man sich des Bringselverweisens! 



Der Hund findet das Stück, nimmt ein Aportel, welches an der Halsung befestigt ist, in den Fang und kehrt damit zum Hundeführer zurück. Das ist für den Hundeführer das Zeichen, dass der Hund fündig geworden ist. Nun beginnt der Hund zwischen dem Stück und dem Hundeführer hin und her zu pendeln, bis der Hundeführer das Stück erreicht

hier führt Fia mich zu der Kiste, in der zu Anfang die Wildschweinschwarte versteckt ist.

Die Ausbildung begann damit, dass die Hunde lernen mussten, das Bringsel im Wald zu finden und zu bringen. Das war für meine apportierfreudigen Mädels nicht die größte Schwierigkeit auf unserem Weg
Danach kam die Verknüpfung mit dem Wildschweingeruch an die Reihe. Da meine beiden Mädels ein zu starkes Interesse an der Wildschweindecke hatten, packten wir die Decke in eine Kiste mit Löchern. Es ist sehr wichtig, dass die Hunde lernen, sich von den verendeten Schweinen fern zu halten, um nicht den Virus weiter zu tragen.
Nun wurde das Bringsel an, auf oder hinter die Kiste gelegt. So lernten die Hunde, dass das Bringsel hier von Interesse war.
Paralell dazu habe ich daheim das Aufnehmen des Bringsel am Halsband geübt,
Und dann wurden alle Bausteine zusammen gefügt, also das Schicken, Aufnehmen an der Kiste, Zurückkommen und Hinführen zum Stück.
Hierbei stand mir Frank Wagner, mein Ausbilder im Jagdhundekurs, langjähriger Hundeführer und Richter bei Jagdprüfungen, mit Rat und Tat zur Seite.




Nachdem wir die Kiste im Wald und außer Sicht verstecken konnten, bin ich nach Feucht, in die schon bestehende Gruppe um Christiane Lux ins Training gegangen. Christiane, auch sie langjährige Ausbilderin und Richterin bei jagdlichen Prüfungen, nahm uns gerne auf und so konnten wir noch an prüfungsähnlichen Trainings teilnehmen. Vielen Dank hier an Christiane und die Mitglieder der Suchhundegruppe, ich habe mich sofort sehr wohl gefühlt bei euch!
 Hier lagen 3 Stücke im Suchengebiet aus, die die Hunde nacheinander abarbeiten sollten. Sie hatten 30 min Zeit dazu...


Für Cwen war hier leider Schluss und ich beschloss, sie aus dem Training raus zu nehmen. Sie war sehr im Zwiespalt, hatte sie doch immer gelernt, das zu bringen, was sie gesucht hat. Leider konnte ich ihr nicht erklären, dass sie sich gegen das Wildschwein und für das Bringsel entscheiden sollte 😅 simply Cwen halt. Sie wird im Mai 9 Jahre und da wollte ich ihr diesen inneren Stress nicht mehr zumuten.
Fia wuchs so langsam über sich hinaus. Sie sucht mit Eifer und zeigte, dasss sie die Aufgabenstellung verstanden hat.
So wurde sie zur Prüfung am 22.02.2021 gemeldet. 
Es war die erste bayernweite Prüfung und dementsprechend hatte auch die Öffentlichkeit reges Interesse daran. So tummelten sich viele Mitglieder des JGHV, aber auch Fernsehen und Presse im Prüfungsgebiet.
Auch der bayrische Umweltminister Thorsten Glauber war geladen und begrüßte alle Anwesenden. Er bedankte sich im Voraus für unser Engagement und erklärte nochmals, was für eine wichtige Ergänzung in der Bekämpfung der ASP unsere Hunde wären.


Dann ging es auch schon los. Fia kam erst als 4.Prüfling an die Reihe, was meiner Nervosität mal wieder reichlich Nahrung gab 😅
Sie war auch schon sehr gespannt, wußte sie ja schon, was sie heute arbeiten durfte. Nachdem mir mein Suchengebiet zugeteilt war, ging Alles recht schnell! Ich zog Fia ihr Suchenhalsband um und befestigte das Bringsel.
Mit dem gelernten Kommando schickte ich sie in die Suche. Schnell wie immer, war sie außer Sicht. Ich bemühte mich, ruhig zu bleiben und ging langsam hinterher. Da sah ich sie, zwischen vielen Bäumen und Dickicht, zurück kommen und das Bringsel hatte sie sicher im Fang. Ein wenig irritiert durch all die Zuschauer und Richter, musste sie mich erst mal suchen und ich half ihr, indem ich sie zu mir rief. Jetzt führte sie mich sicher zu ihrem Stück und umkreiste dieses. Zu sehen, wie selbstverständlich sie ihren neuen Job erfüllte, machte mich schon sehr stolz auf meinen kleinen Wuzel.

Das zweite Stück war dann auch sehr schnell gefunden. Da ich hier aber relativ dicht hinter ihr war, zeigte sie mir das Stück zwar an, nahm aber nicht mehr ihr Bringsel, sondern verharrte am Stück, was erlaubt ist. Sehr glücklich lobte ich meine Kleine.
Ich hätte auch noch das dritte Stück suchen dürfen, doch man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am Schönsten ist 😊



Jetzt war nur noch das Waschen des Hundes an der Reihe und nachdem das kein Problem darstellte, hatten wir die Prüfung bestanden.




Ganz herzlichen Glückwunsch an meine Teamkollegen, die alle sehr souverän bestanden haben! Und herzlichen Dank an meine Ausbilder Frank Wagner und Christiane Lux und alle, die mich auf diesem Weg begleitet haben und oft für mein leibliches Wohl gesorgt haben 😍





Danke auch an Nina Vogl von Zauberblick-fotographie und Silvia Rauch, ihr habt mir mit euren Bildern eine große Freude gemacht und unseren Weg für mich festgehalten 💓

Hier noch ein paar Eindrücke vom Training...es war oft ganz schön kalt 😂













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